Ich hatte John Butler bis vor ein paar Tagen überhaupt nicht auf dem Schirm. Kein „Ach ja, kenne ich“, kein „läuft irgendwo im Hintergrund“, sondern wirklich: null. Vielleicht ist genau das manchmal das Beste, was einer Platte passieren kann – man legt sie auf, ohne Erwartungshaltung, und hört einfach mal hin.
„Going Solo“ hat mich dann sofort abgeholt. Schon die erste Zeile hat diesen lässigen Flow, der sofort sitzt: raus aus dem schnellen Leben, rein ins Slow-Mo. Zwischen den Jahren, kurz nach Silvester, passte das bei mir wie angegossen.

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Musikalisch erinnert mich das stellenweise an Xavier Rudd: Singer-Songwriter, viel Gitarre, ein warmes, sonniges Grundgefühl – ohne kitschig zu werden.
Wer ist John Butler überhaupt?
Ein australischer Singer-Songwriter und vor allem: ein Gitarrist, der sein Instrument nicht nur begleitet, sondern wirklich führt. Wer mal sehen will, warum er als Virtuose gilt: Das instrumentale Stück „Ocean“ (12 Minuten) ist so eine Nummer, bei der man nach zwei Minuten merkt, dass das hier nicht „nur Geklimper“ ist, sondern eine eigene kleine Welt.
Fakten zu John Butler
- Australischer Singer-Songwriter und Gitarrist (sehr stark auf Live-Feeling und rhythmisches Gitarrenspiel fokussiert).
- Bekannt für virtuoses Gitarrenspiel – oft mit langen Spannungsbögen statt klassischer 3-Minuten-Radio-Form.
- Zwischen Folk, Rock und Roots: Musik, die man gut „laufen lassen“ kann, aber immer wieder mit Details (Groove, Picking, Dynamik) zieht.
- Politische und persönliche Themen tauchen bei ihm immer wieder auf – ohne dass es platt wirkt.
- Anspieltipp außerhalb des Albums: das instrumentale Stück „Ocean“ (wenn man seine „Gitarristen-Seite“ verstehen will).
Wenn ihr John Butlers Fingerstyle einmal in Reinform hören wollt…
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Mehr InformationenDas Album: kein Hit-Feuerwerk, aber ein stimmiges Gesamtpaket
Prism ist für mich kein „Singles-only“-Album und auch kein Kandidat für „läuft jetzt überall rauf und runter“. Aber: Es ist grundsolide, angenehm zu hören, und es hat diese Qualität, dass man es laufen lassen kann, ohne dass es beliebig wird.
Die Songs sind zudem oft eher lang (4 bis 7 Minuten) – und ich mag das gerade bei Vinyl. Da dürfen Stücke atmen, da muss nicht alles nach 2:30 Minuten zum Refrain sprinten.
Thematisch ist das (im besten Sinne) klassisches Songwriter-Terrain: Liebe, Verlust, Selbstsortierung, hier und da auch ein Blick auf Gesellschaft/Politik – ohne dass es wie ein erhobener Zeigefinger wirkt.
Tracklist (2LP)
Disc 1
- Going Solo
- King Of California
- Gets No Better
- So Sorry
- The Way Back
- Doing Just Fine
Disc 2
- Hand In Mine
- Trippin On You
- Outta My Head
- Let Yourself Go
- Leave The Rest To Earth
- Wings To Fly
Meine Highlights: Going Solo, Hand In Mine, Let Yourself Go.
Die Vinyl-Ausgabe: Gatefold, Lyrics, Studiofotos – so macht das Spaß
Jetzt zum Teil, bei dem ich wirklich pingelig werde: die Pressung und das Gesamtpaket.
PE-Schutzhüllen
100 Stück

- 325 x 325 mm
- Stärke: 0,15 mm
- Polypropylen
Japanhüllen
100 Stück

- 325 x 315 + 30 mm
- verschließbar
- Polypropylen
Single-Hüllen
100 Stück

- ca. 187 x 187 mm
- Stärke: 0,10 mm
- Polyethylen
Du hast hier eine 2LP im Gatefold (Aufklapphülle) – und die Aufmachung ist sehr farbenfroh. Das Cover ist eine psychedelische Collage aus Regenbogenbögen, Wüsten-/Kaktus-Motiven und einem leicht surrealen Einschlag (inklusive Totenkopf) – auffällig, aber nicht billig. Auf der Front klebt ein Sticker: „New Album – Double Black Vinyl“ plus ein Hinweis auf enthaltene Songs.
Die Innenhüllen sind erfreulich liebevoll gemacht:
- eine Seite: Songtexte (finde ich heute wirklich nicht mehr selbstverständlich),
- andere Seite: Studiofotos und Eindrücke aus den Aufnahmen.

Genau sowas macht eine Vinyl-Edition für mich „wertig“: Du bekommst nicht nur Ton, sondern auch Kontext.
Pressqualität / Klang
Dein Eindruck deckt sich mit dem, was man auf den Fotos schon ahnt: sauber gepresst, plan, ordentlich verarbeitet.

Die Platten liegen stabil auf dem Teller, und optisch wirkt das Vinyl schön gleichmäßig. Klanglich: in Ordnung bis gut, nichts nervt, nichts zischelt sich in den Vordergrund – ein Album, das man entspannt durchhören kann.
Barcode (Backcover): 5056556160540
Labelcode: LC 33186Speed / Format: 33 RPM, Stereo, 2LP (Gatefold)
Matrix / Runout (stamped):
- Side A: BEC5616054 A MPZ TR MPO 25367196
- Side B: BEC5616054 B MPZ TR MPO 25367197
- Side C: BEC5616054 C MPZ TR MPO 25367325
- Side D: BEC5616054 D MPZ TR MPO 25367326
Die MPO-Stempel in den Auslaufrillen sind ein schöner Fingerzeig Richtung ordentlicher Fertigungsqualität. Und bei meiner Kopie passt das auch: plan, sauber, unauffällig im Lauf.
Fazit
Wenn du John Butler schon magst, wirst du mit Prism vermutlich nicht enttäuscht. Wenn du ihn – wie ich – vorher nicht kanntest: Prism ist ein sehr guter Einstieg, weil es zugänglich, warm und handwerklich stark ist. Keine Revolution, aber ein Album, das bleibt, weil es nicht nervös ist. Und die Vinyl-Edition ist so gestaltet, wie ich mir das öfter wünschen würde: Gatefold, Lyrics, Fotos, zwei Platten, ordentliches Pressing.
Preis & Kauf

Prism als Vinyl kostet aktuell bei Amazon ca. 37 €.*
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