Die schönsten Kinderlieder zum Mitsingen

Singen gehört im Kindergarten einfach dazu: Es fördert die Entwicklung und macht allen Kindern Spaß​. In diesem Artikel stellen wir beliebte und pädagogisch wertvolle Kinderlieder zum Mitsingen im Kindergarten vor – von bewährten Klassikern bis zu neueren Hits. Thematisch sortiert nach Bewegung, Einschlafen, Jahreszeiten, Tieren sowie Zahlen- und Sprachförderung. Kurze Beschreibungen erklären den pädagogischen Nutzen jedes Liedes, ab welchem Alter es geeignet ist und wofür man es einsetzen kann. Viele dieser Lieder werden seit Generationen gesungen​ und schaffen Gemeinschaftserlebnisse für Groß und Klein.​ Viel Spaß!

Bewegungslieder (Mitmachlieder)

Bewegungslieder verbinden Musik und körperliche Aktivität und sind im Kindergarten besonders beliebt. Durch das gleichzeitige Singen und Bewegen werden Motorik, Sprache und sogar kognitive Fähigkeiten gefördert​. Die Kinder können ihren Bewegungsdrang ausleben und lernen dabei Rhythmusgefühl und Körperkoordination. Gemeinsam zu tanzen und zu hüpfen stärkt zudem das Gemeinschaftsgefühl, denn alle machen mit und haben Spaß dabei​

A Ram Sam Sam

A Ram Sam Sam ist ein traditionelles marokanisches Mitmachlied mit einfachen, sich wiederholenden Silben. Kinder singen im Kreis „A ram sam sam, a ram sam sam, gulli gulli gulli…“ und führen passende Bewegungen mit den Händen aus. Das Lied eignet sich schon ab dem Kleinkindalter, weil es keinen komplexen Text hat – alle können schnell mitsingen und mitklatschen.

Es fördert das Rhythmusgefühl und die Koordination, da das Tempo oft gesteigert wird und die Kinder versuchen, die schnellen Bewegungen mitzumachen. Durch die fantasievollen Nonsens-Wörter trauen sich auch schüchterne Kinder mitzusingen. Denn hier gibt es kein richtig oder falsch – Hauptsache, alle sind in Bewegung und haben Freude daran.

Brüderchen, komm tanz mit mir

Brüderchen, komm tanz mit mir (Volkslied um 1800) ist ein klassisches Tanzlied, das paarweise getanzt wird. Zwei Kinder stehen sich gegenüber, fassen sich an den Händen und drehen sich bei „rundherum“ gemeinsam im Kreis. Zwischendurch werden die Bewegungen aus dem Liedtext nachgeahmt: klatschen („mit den Händchen klipp, klipp, klapp“) und stampfen („mit den Füßchen tripp, tripp, trapp“)​.

Dieses einfache Singspiel ist bereits für Kinder ab etwa 3 Jahren geeignet, da es klare Anweisungen gibt und immer wiederholt wird. Pädagogisch wertvoll ist es, weil die Kleinen Rhythmus und Taktgefühl entwickeln und lernen, aufeinander zu achten – immerhin müssen beide Tanzpartner im gleichen Takt gehen. Der Song stärkt das soziale Miteinander (gemeinsames Tanzen) und fördert die motorischen Fähigkeiten durch Klatschen, Stampfen und Drehen.

Das Lied über mich

Das Lied über mich ist ein fröhliches Bewegungslied, das oft in Krippe und Kindergarten eingesetzt wird, um das Körperbewusstsein zu fördern. In diesem Lied geht es um den eigenen Körper. Zum Beispiel werden Hände versteckt und wieder hervorgezaubert („Meine Hände sind verschwunden, ich hab’ sie nicht mehr… oh doch, ich hab’ sie wieder!“). Die Kinder dürfen bei solchen Zeilen mitmachen, indem sie die genannten Körperteile bewegen oder zeigen.

Das Lied eignet sich ab etwa 2–3 Jahren und hilft den Kindern, Körperteile und deren Funktionen kennenzulernen. Dabei trainieren sie auch ihre Sprachfähigkeit, denn Begriffe wie Hände, Füße, Bauch etc. werden immer wiederholt. Zudem macht das Versteckspiel mit Händen und Füßen großen Spaß und stärkt das Selbstbewusstsein („Das bin ich!“). Durch die Kombination aus Singen und gleichzeitigen Bewegungen – Klatschen, Zeigen, Verstecken – werden sowohl Motorik als auch Sprache spielerisch geschult.

Das singende Känguru

Das singende Känguru ist ein beschwingtes Tier-Mitmachlied des Kinderliedermachers Volker Rosin, das seit den 1980er-Jahren in vielen Kitas bekannt ist. Es lädt die Kinder zum Hüpfen wie ein Känguru ein – perfekt, um überschüssige Energie loszuwerden. Schon ab 3 Jahren können Kinder hier mitsingen und mittanzen.

Pädagogisch wertvoll ist das Lied, weil es Rhythmusgefühl und Grobmotorik fördert. Die Kleinen springen im Takt der Musik und ahmen die Bewegungen des Kängurus nach. Gleichzeitig regt es die Fantasie an, denn die Kinder versetzen sich spielerisch in ein hüpfendes Känguru. Der Text ist leicht verständlich und hat einen eingängigen Refrain, sodass alle schnell einstimmen können. Dieses Lied wird gerne in Bewegungsrunden oder beim Kinderturnen eingesetzt, um die Gruppe in Schwung zu bringen. Es sorgt für gute Laune und ein Gemeinschaftsgefühl, wenn alle zusammen „Känguru-Hopser“ machen.

Ich hol’ mir eine Leiter​

Ich hol’ mir eine Leiter von Wolfgang Hering ist ein beliebtes Bewegungslied, das sich hervorragend für Kinder im Kindergartenalter eignet​. Der Text handelt davon, eine Leiter an den Apfelbaum zu stellen und Äpfel zu pflücken. Dabei werden Richtungsbegriffe wie über, neben, hinter ins Spiel gebracht. Die Kinder singen nicht nur, sondern machen auch die passenden Bewegungen. Sie tun so, als würden sie eine Leiter aufstellen, hinaufklettern und Äpfel pflücken. Das Lied ist pädagogisch besonders sinnvoll, weil die Kinder durch das Singen und Bewegen Sprachkonzepte wie Präpositionen verinnerlichen (über, hinter, neben)​.

Es fördert also neben der Motorik auch die sprachliche Entwicklung, indem es räumliche Begriffe erfahrbar macht. Empfohlen wird es ab ca. 4 Jahren – dann können die meisten Kinder den Text gut mitsingen und die Bewegungen koordinieren. Oft wird dieses Lied im Herbst verwendet, wenn das Thema Apfelernte im Kindergarten behandelt wird, aber man kann es je nach Saison auch abwandeln und zum Beispiel einen Kirschbaum daraus machen​. Durch das aktive Mitmachen sind die Kinder mit Eifer dabei und lernen ganz nebenbei neue Wörter und Zusammenhänge.

Laurentia, liebe Laurentia mein

Laurentia ist ein traditionelles Bewegungslied, das gerne in Morgenkreisen gespielt wird – und zwar mit einem kleinen sportlichen Twist. Im Lied „Laurentia, liebe Laurentia mein, wann werden wir wieder beisammen sein? Am Montag…“ werden die Wochentage besungen. Zu jedem genannten Tag machen die Kinder eine Kniebeuge oder gehen einen Schritt tiefer in die Hocke. Mit jeder Strophe (Dienstag, Mittwoch, …) wird es anstrengender, weil die Bewegung jedes Mal ausgeführt wird. Dieses Lied eignet sich für Kinder ab etwa 4 Jahren, die schon die Wochentage kennenlernen.

Pädagogisch sinnvoll ist es, weil die Kleinen dabei die Reihenfolge der Wochentage spielerisch üben und gleichzeitig Kraft und Ausdauer trainieren. Am Ende sind alle ganz schön aus der Puste und haben viel gelacht. Laurentia fördert außerdem die Konzentration: Die Kinder müssen zuhören, welcher Tag als nächstes kommt, um im richtigen Moment die Bewegung zu machen. So verbindet dieses lustige Lied Sprachförderung (Wochentage) mit Bewegungsfreude. Und wenn alle am Ende kichernd auf dem Boden sitzen, hat das Lied sein Ziel erreicht!

Tschu Tschu Wa

Tschu Tschu Wa ist ein modernes Mitmachlied, das durch Kinderfeste und soziale Medien sehr bekannt geworden ist. Es ist ein Quatschlied mit Ohrwurm-Potenzial, bei dem in jeder Strophe neue witzige Bewegungen hinzukommen. Zum Beispiel „Tschu Tschu Wa, Tschu Tschu Wa, Tschu Tschu Wa – BAUARBEITER!“. Dann machen alle die Bewegung wie ein Bauarbeiter (schwere Last stemmen), später kommen weitere Figuren dazu (Taucher, Elefant, Karatekämpfer usw.). Das Lied ist ab ca. 4 Jahren geeignet, wenn die Kinder schon etwas Koordination und vor allem Sinn für Humor haben.

Pädagogisch steht hier der Spaß und die Gruppenstärkung im Vordergrund. Alle machen gemeinsam die verrücktesten Gesten und lachen miteinander, was das Gruppengefühl fördert. Gleichzeitig schult es die Merkfähigkeit, denn die Kinder müssen sich die Reihenfolge der Bewegungen merken. Mit jeder Strophe wird die Kette länger. So fördert Tschu Tschu Wa auf spielerische Weise die Gedächtnisleistung und die körperliche Geschicklichkeit. Es ist kein „ernstes“ Lernlied, aber manchmal ist genau dieses ausgelassene Herumalbern wichtig, damit Kinder lernen, sich in der Gruppe zu lösen und einfach mitzumachen, ohne Angst etwas falsch zu machen. Dieses Lied eignet sich super, um Zwischendurch mal Energie abzubauen oder alle wieder wach zu machen.

Wenn du fröhlich bist

Dieses Mitmachlied kennt man in vielen Sprachen (im Englischen als “If You’re Happy and You Know It”). Es ist ein einfaches Lied, das schon mit den Jüngsten gesungen werden kann (ab 2–3 Jahren). Jede Strophe fordert zu einer Aktion auf: klatschen, stampfen, rufen usw., passend zur jeweiligen Gefühlslage (fröhlich, wütend, müde – je nach Variation).

Pädagogisch wertvoll ist, dass Kinder mit diesem Lied Gefühle und Ausdruck kennenlernen. Bei fröhlich wird geklatscht und gelacht, bei wütend kann man stampfen, bei müde darf man gähnen. So hilft das Lied Kindern, Emotionen zu benennen und auszudrücken, und das in einer spielerischen Form. Zudem werden Rhythmus und Motorik gefördert, weil die Aktionen im Takt ausgeführt werden. Im Kindergarten wird oft die fröhliche Version gesungen, um positive Stimmung zu erzeugen. Durch die wiederkehrende Struktur singen alle schnell mit. Dieses Lied eignet sich auch gut als Begrüßungslied am Morgen – es bringt die Gruppe in Schwung und jedes Kind kann seine Stimmung ausdrücken. Und natürlich macht es einfach glücklich, gemeinsam zu singen und zu klatschen, wenn man fröhlich ist!

Einschlaflieder (Ruhe- und Schlaflieder)

Einschlaflieder oder Wiegenlieder sind aus dem Kindergarten (vor allem in Krippe und U3-Bereich, aber auch zur Mittagsruhe) nicht wegzudenken. Sie helfen Kindern, zur Ruhe zu kommen und geben ein Gefühl von Geborgenheit. Das gemeinsame Singen vor dem Schlafen wirkt beruhigend: Vorsingen löst Ängste und Spannungen und lässt Kinder besser einschlafen​. Außerdem stärkt es das Zusammengehörigkeitsgefühl und vermittelt Sicherheit​ – ähnlich wie zu Hause beim abendlichen Ritual. Im Kindergarten können solche Lieder beim Mittagsschlaf eingesetzt werden oder einfach als ruhiger Tagesabschluss. Die folgenden Schlaflieder sind alphabetisch geordnet und seit Jahrzehnten bewährt.

Der Mond ist aufgegangen

Der Mond ist aufgegangen ist ein klassisches deutsches Abendlied mit einem Text von 1779 (Matthias Claudius). Es gehört zwar ursprünglich in den kirchlichen Kontext, wird aber auch säkular als beruhigendes Schlaflied genutzt. Mit seiner ruhigen Melodie und poetischen Bildern („der Wald steht schwarz und schweiget“) schafft es eine besinnliche Stimmung. Im Kindergarten eignet sich dieses Lied für ältere Kinder (ca. ab 4 Jahren), die schon etwas längere Texte zuhören können. Oft wird es von der Erzieherin vorgesungen, während die Kinder gemütlich liegen.

Pädagogisch bietet das Lied Sprachanregung durch Poesie: Auch wenn die Kleinen nicht jedes Wort verstehen, nehmen sie die ruhige, reimende Sprache wahr. Es vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Sicherheit in der Gruppe, wenn alle still lauschen. Zudem lernen die Kinder traditionelle Kultur kennen. Der Mond ist aufgegangen zeigt, wie Musik emotionale Geborgenheit geben kann. Es beruhigt die Kinder nachweislich und hilft ihnen beim Einschlafen​. Viele erinnern sich später liebevoll an dieses Lied aus ihrer Kindergartenzeit.

Guten Abend, gut’ Nacht (Brahms-Wiegenlied)

Guten Abend, gut’ Nacht mit Rosen bedacht… Dieses Wiegenlied, komponiert von Johannes Brahms (1868 veröffentlicht), ist weltweit bekannt. Im Kindergarten wird es oft als beruhigende Melodie ohne Instrumente leise gesungen. Schon Babys fühlen sich bei diesem Lied geborgen – daher kann es auch in Krippengruppen eingesetzt werden. Im Kindergartenalter (3–6) kennen viele Kinder das Lied eventuell von den Eltern zu Hause, was einen Brückeneffekt schafft. Das vertraute Lied im neuen Umfeld vermittelt Sicherheit.

Pädagogisch wertvoll ist vor allem der Ritualcharakter: Immer die gleiche Melodie zum Einschlafen signalisiert den Kindern, dass jetzt Ruhe einkehrt. Die sanfte Melodie fördert zudem die akustische Wahrnehmung und wirkt entspannend (langsamer 3/4-Takt wie ein Schaukelrhythmus). Auch wenn nicht alle Strophen gesungen werden, reicht oft das Summen der Melodie, um eine beruhigende Atmosphäre zu schaffen. Dieses Lied trägt also wesentlich dazu bei, den Übergang vom aktiven Spiel zur Ruhephase sanft zu gestalten, und stärkt die Bindung zwischen singender Erzieherin und Kindern, weil es ein Akt der Fürsorge ist.

La Le Lu

La Le Lu, nur der Mann im Mond schaut zu – dieses Schlaflied stammt aus den 1950er Jahren (Film “Wenn der Vater mit dem Sohne”) und ist bis heute ein beliebtes Wiegenlied in Deutschland. Es hat einen einfachen, eingängigen Refrain („La-le-lu…“), den schon kleine Kinder schnell mitsummen oder -singen können. Im Kindergarten kann La Le Lu für die jüngeren Kinder (ab 2 Jahren) gut genutzt werden, weil die Melodie kurz und repetitiv ist.

Pädagogisch ist es wertvoll, weil es Ruhe und Geborgenheit vermittelt. Der Text handelt vom Mond und davon, dass jetzt alle Babys schlafen sollen – eine klare Botschaft für die Kinder, zur Ruhe zu kommen. Es ist auch ein Stück Nachkriegskultur, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Viele Großeltern kennen es noch und singen es den Enkeln vor. Im Kindergarten schafft das Lied eine liebevolle Stimmung beim Einschlafritual. Die Kinder fühlen sich durch die sanfte Melodie sicher und aufgehoben, was wichtig ist, um loszulassen und einzuschlafen. Außerdem trainieren solche einfachen Wiegenlieder das aktive Zuhören. Die Kinder lernen, dass jetzt eine leise Phase kommt und sie ihren Körper entspannen dürfen.

Schlaf, Kindlein, schlaf

Schlaf, Kindlein, schlaf ist ein sehr altes Volks-Wiegenlied (ursprünglich 19. Jahrhundert) und eines der ersten Lieder, das viele Kinder überhaupt hören. Im Kindergarten wird es häufig als Einschlaflied eingesetzt, da die Melodie ruhig schaukelt und der Text in einfachen Bildern spricht („Schaf und Lamm zur Ruh’ gehn“). Bereits Kinder im Krippenalter (unter 3) können dieses Lied singen. Denn es ist kurz und wiegt die Kinder regelrecht in den Schlaf.

Pädagogisch bedeutet dieses Lied Geborgenheit durch Tradition: Es wurde schon unzähligen Kindern vorgesen und verbindet Generationen. Wenn Erzieherinnen es singen, schaffen sie eine heimelige Atmosphäre, ähnlich wie im Elternhaus. Das Lied fördert auch die Sprachentwicklung, da die Kinder es mit der Zeit mitsummen und einzelne Wörter aufnehmen (z. B. „Schäfchen“). Mit seiner wiederholenden Struktur (viele Wiegenlieder haben einen wiederholten Schlummerreim) wirkt es fast meditativ. Außerdem kann man es gut mit körperlicher Zuwendung verbinden – z. B. im Arm halten oder sanft den Rücken kraulen – wodurch das Kind sich sicher fühlt. In der Gruppe singen oft alle leise mit, was das Gemeinschaftsgefühl selbst in der Ruhe stärkt. Alle helfen mit, eine entspannte Schlafstimmung herbeizuführen.

Weißt du, wieviel Sternlein stehen

Weißt du, wieviel Sternlein stehen (Text 1837 von Wilhelm Hey) ist ein liebevolles Gute-Nacht-Lied, das einen lehrreichen Kern hat. In jeder Strophe wird das Kind gefragt, ob es die vielen Sterne, Wolken oder Tiere zählen kann. Und die implizite Antwort ist: Gott (oder allgemein „jemand“) passt auf sie alle auf. Im Kindergarten wird meist nur die erste Strophe als beruhigendes Lied genutzt, weil sie bereits die gewünschte Wirkung erzielt: ein Gefühl der Geborgenheit unter dem funkelnden Sternenhimmel. Das Lied eignet sich ab etwa 3 Jahren, wenn die Kinder beginnen, Interesse an Himmel und Natur zu entwickeln.

Pädagogisch fördert es Neugier und Interesse an der Umwelt. Die Kinder denken über Sterne am Himmel nach – in einem ganz ruhigen Rahmen. Zudem schwingt eine zählende Komponente mit („weißt du, wie viel Sternlein… wie viel Fischlein… wie viel Vöglein…“), was erste Zahlenkonzepte anbahnt, ohne dass es belehrend wirkt. Vor allem aber vermittelt dieses Lied ein Gefühl von Sicherheit. So wie jemand die Sternlein zählen kann, so behütet fühlt sich das Kind (diese religiöse Konnotation kann man neutral als behütet sein verstehen). Im Kindergarten kann das Lied als festes Ritual vor dem Mittagschlaf dienen. Zum Beispiel das Licht wird gedimmt, und alle singen leise von den Sternlein. Dadurch lernen die Kinder, dass jetzt Schlafenszeit ist, und können mit einem beruhigten Gefühl einschlummern. Es ist ein schönes Beispiel dafür, wie Musik und Vertrauen Hand in Hand gehen. Das Lied stärkt emotional und begleitet die Kinder sanft ins Träumeland.

Jahreszeitenlieder (Frühling, Sommer, Herbst, Winter)

Jahreszeitenlieder begleiten die Kinder durchs Jahr und machen die Veränderungen der Natur erlebbar. Ob Frühlingserwachen, heiße Sommertage, bunte Blätter im Herbst oder Schneeflocken im Winter. Für jede Jahreszeit gibt es im Kindergarten passende Lieder. Diese Songs vermitteln den Kindern Wissen über Wetter, Tiere und Bräuche und steigern die Vorfreude auf saisonale Feste. Das Erwachen der Natur wird in unzähligen Liedern besungen, die Groß und Klein erfreuen​.

Durch das gemeinsame Singen der Jahreszeitenlieder lernen die Kinder, die Natur bewusst wahrzunehmen und Feste im Jahreskreis (wie St. Martin oder Weihnachten) zu verstehen. Außerdem fördern diese Lieder die Sprachentwicklung, da oft neue Begriffe (Blumen, Monate, Wetterphänomene) eingeführt werden, und sie stärken das Gemeinschaftsgefühl beim Feiern der Saison.

Alle Vögel sind schon da

Alle Vögel sind schon da – dieser fröhliche Frühlingsklassiker (Text: Hoffmann von Fallersleben, 1835) darf in keinem Kindergarten fehlen​. Das Lied begrüßt die zurückkehrenden Zugvögel im Frühling („Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar… wünschen dir ein frohes Jahr“)​. Es eignet sich für Kinder ab ca. 3 Jahren, da die Melodie eingängig ist und der Refrain ständig wiederholt wird. Pädagogisch wertvoll ist es, weil die Kinder die Ankunft des Frühlings und der Vögel feiern und dabei verschiedene Vogelarten beim Namen kennenlernen​

Man kann das Lied gut nutzen, um über Naturbeobachtungen zu sprechen: Welche Vögel kennt ihr? Habt ihr schon welche gehört diesen Frühling? Gleichzeitig vermittelt es eine positive Stimmung – „wie sie alle lustig sind, flink und froh sich regen“​ – die direkt auf die Kinder übergeht: Frühling macht fröhlich! Oft wird dieses Lied auch bei Frühlingsfesten oder beim Morgenkreis im März/April gesungen, um das Thema Frühling einzuleiten. Es fördert das Gemeinschaftsgefühl, wenn alle gemeinsam den Frühling besingen, und schult nebenbei die Gedächtnisfähigkeit durch das Auswendiglernen der Strophen. Nicht zuletzt ist es ein Stück Kulturgut, das Generationen verbindet, denn bereits die Großeltern haben dieses Lied gesungen und freuen sich, wenn die Kleinen es auch können.

Der Herbst ist da

Der Herbst ist da ist ein bekanntes Herbstlied (manchmal beginnt es mit „Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da“), das die Freuden dieser Jahreszeit aufzählt – Wind, bunte Blätter, Drachensteigen, Ernte. Rolf Zuckowski machte es in den 1980er Jahren populär. Seitdem ist es fester Bestandteil vieler Herbstkreise im Kindergarten. Geeignet ist es für Kinder ab 3 Jahren, da Refrain und Melodie sehr eingängig sind.

Pädagogisch zeigt das Lied den Kindern, was den Herbst ausmacht, und lenkt ihre Aufmerksamkeit auf die Veränderungen draußen: „Wind, Obst und Nüsse und Regen – und wir tanzen durch die Blätter“ (sinngemäß). Es regt zu Aktivitäten an, z. B. beim Singen mit bunten Blättern rascheln oder einen Tanz wie die fallenden Blätter machen. Dadurch werden Sinne und Motorik angesprochen.

Außerdem vermittelt das Lied eine positive Einstellung zum Herbst. Statt nur vom Sommer zu schwärmen, lernen die Kinder, dass auch die stürmische Jahreszeit schöne Seiten hat (Drachen steigen lassen, Erntedank, Laternenzeit). Oft wird Der Herbst ist da zum Start in den Herbst (September) gesungen und kann als Auftakt für Gespräche über Wetter, Ernte und Natur dienen. Auch Sprachförderung steckt drin: Begriffe wie Ernte oder Laub werden eingeführt. Dieses Lied schafft eine fröhliche Stimmung und ein Gefühl von Gemeinschaft. Alle schunkeln vielleicht im Refrain mit – so bereitet das Lied die Kinder auf die kommende Zeit (inklusive St. Martin) vor.

Die Jahresuhr​

Die Jahresuhr ist ein modernes Mitmachlied von Rolf Zuckowski aus dem Jahr 1992​, das die zwölf Monate und ihre Besonderheiten vorstellt. Der berühmte Refrain „Januar, Februar, März, April – die Jahresuhr steht niemals still…“ hat Ohrwurm-Charakter. Dieses Lied ist ideal, um Kindern ab ca. 4 Jahren ein Gefühl für den Jahresablauf zu vermitteln.

Pädagogisch ist es sehr gehaltvoll: Die Kinder lernen Reihenfolge und Namen der Monate kennen und verbinden sie mit Ereignissen (im Text: „im Mai wachsen Blumen, im Oktober fällt das Laub“, etc.). Durch die Musik fällt das Lernen leichter. Viele Kinder können dank dieses Liedes überraschend gut die Monate aufsagen, weil die Melodie ihnen hilft. Es fördert auch das Zeitverständnis: dass nach dem Winter wieder Frühling kommt usw., also ein erstes Begreifen des Jahreskreises. Im Kindergarten wird Die Jahresuhr oft über’s Jahr verteilt immer wieder gesungen, passend zum jeweiligen Monat, oder komplett am Jahresanfang/jahresende. Man kann dazu toll eine Wanddeko mit Jahreszeiten machen oder jedes Kind malt seinen Geburtstagsmonat.

Auch Bewegung kann einbezogen werden. Zum Beispiel machen die Kinder bei jedem Monat ein Symbol (Schneeflocken im Januar, Blume im Mai, Schwimmbewegung im Juli, Blätterrieseln im Oktober…). So werden neben Sprache auch Motorik und Kreativität gefördert. Das Lied macht den Kindern deutlich, dass jede Jahreszeit etwas Besonderes hat und steigert die Vorfreude auf kommende Feste (wie „im Dezember, da freuen sich alle, denn Weihnachten ist nicht mehr weit“ – ein typischer Anknüpfungspunkt). Mit Die Jahresuhr haben Erzieherinnen ein vielseitig einsetzbares Lied, um die Zeit im Jahreskreis musikalisch erfahrbar zu machen.

Es regnet, es regnet

Das Lied Es regnet, es regnet, die Erde wird nass kennt fast jeder. Es ist zwar nur ein kurzer Reim mit Melodie, aber er eignet sich gut, um mit Kindern über Wetter zu sprechen. Bereits ab 2 Jahren kann man das Lied singen, wenn draußen der Regen prasselt.

Pädagogisch gesehen hilft Es regnet den Kindern, Wetterphänomene einzuordnen und positiv zu betrachten. Der Text sagt nämlich auch „wir sitzen im Trocknen, was schadet uns das?“ – also, Regen ist nichts Schlimmes. Man kann das Lied nutzen, um im Morgenkreis zu fragen: „Was machen wir, wenn es regnet? Was braucht die Erde den Regen?“ So fördert es Gespräche über Natur und Wetterzyklen. Oft wird es auch spontan gesungen, wenn es gerade anfängt zu regnen und die Kinder drinnen bleiben müssen. Es schafft dann eine fröhliche Stimmung trotz des grauen Wetters draußen.

Bewegungsförderung kann man auch einbauen: zum Beispiel mit Fingern auf den Tisch trippeln (Regentropfen nachahmen) oder auf dem Boden patschen (Pfützenspringen andeuten). Dadurch schulen die Kinder ihre Feinmotorik und Rhythmus (im Takt der Regentropfen). Außerdem lernen sie neue Wörter wie Regen, nass, Tropfen. Es regnet ist also ein kurzer Liedspaß, der zeigt, dass selbst an Regentagen im Kindergarten musikalisch die Sonne scheinen kann.

Ich lieb den Frühling

Ich lieb den Frühling ist ein fröhliches Frühlingslied, das auf einer englischen Volksweise (“I Like the Flowers”) basiert, aber mit deutschem Text (u.a. veröffentlicht von Simone Sommerland 2010) sehr bekannt wurde​. Es eignet sich schon für jüngere Kindergartenkinder (ab 3 Jahren), weil der Text kurz und eingängig ist: „Ich lieb den Frühling, ich lieb die Sonnenstrahlen… Schnee, Eis und Kälte müssen bald vergehn.“

Pädagogisch bringt dieses Lied die Freude am Frühling zum Ausdruck und kann die Stimmung heben, wenn der Winter lange war. Die Kinder lernen, positive Erwartungen zu formulieren (bald wird es wärmer, die Sonne scheint). Oft wird Ich lieb den Frühling als Kanon gesungen. Dadurch lernen die Kinder zuzuhören und gleichzeitig weiterzusingen, was ihre Konzentration und das musikalische Gehör schult. Es ist erstaunlich, wie schon 5-Jährige diesen einfachen Kanon meistern können, und es macht ihnen riesigen Spaß, wenn es klappt.

Inhaltlich kann man mit dem Lied gut ins Gespräch gehen: Was mögt ihr am Frühling?Sprachförderung durch Erzählen. Zudem vermittelt der Text auch einen optimistischen Blick: nach jedem Winter kommt der Frühling wieder („Wann wird es endlich wieder wärmer sein?“ – bald!). Dieses Lied ist ideal im März/April, um die ersten warmen Tage zu begrüßen. Es fördert Gemeinschaft (beim Kanon müssen alle harmonieren) und stimmt die Kinder positiv – sie singen buchstäblich den Winterblues weg.

Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne

Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne ist ein traditionelles Laternenlied, das jedes Kindergartenkind spätestens im November kennenlernt. Laternenlieder sind seit langem fester Bestandteil der St.-Martins-Tradition im Kindergarten​. Bei Laternenumzügen ziehen Kinder mit ihren selbstgebastelten Laternen durch die Straßen und singen dieses und ähnliche Lieder im Chor​.

„Laterne, Laterne…“ eignet sich für alle Altersstufen im Kindergarten (3-6 Jahre), da der Refrain sehr einfach ist und Spaß macht. Pädagogisch hat das Lied einen kulturellen Wert: Es vermittelt Brauchtum und Gemeinschaftserlebnis. Die Kinder bereiten oft tagelang ihr Laternenfest vor. Sie basteln Laternen und lernen die Lieder. Wenn es dann draußen dunkel ist, gibt das Singen Sicherheit und verbindet die Gruppe. Der Inhalt (Mond, Sterne, Licht) lässt sich nutzen, um mit den Kindern über Licht und Dunkelheit zu sprechen und vielleicht auch über das Teilen (St. Martin). Musikalisch fördert das Lied den rhythmischen Gleichschritt (man läuft ja im Takt) und die Atemtechnik, weil es meist im Freien gesungen wird (da müssen sie kräftig singen, damit man es hört).

Zusätzlich stärkt es das Wir-Gefühl enorm. Alle Kinder, Eltern und Erzieherinnen singen gemeinsam, was ein unvergessliches Erlebnis für die Kleinen ist. Oft erinnern sich Menschen noch im Erwachsenenalter an ihr Laternenlied. Im Kindergartenalltag kann Laterne, Laterne schon Wochen vorher im Stuhlkreis geübt werden. So üben die Kinder Textsicherheit und freuen sich auf den großen Abend. Alles in allem ist dieses Lied ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Musik Traditionen lebendig hält und Gemeinschaft schafft.

Schneeflöckchen, Weißröckchen

Schneeflöckchen, Weißröckchen ist ein zauberhaftes Winterlied aus dem 19. Jahrhundert, das in nahezu jeder Kita in der Advents- und Winterzeit gesungen wird. Der Text personifiziert die Schneeflocke, die vom Himmel kommt, um die Erde zu bedecken – ein Bild, das Kinder lieben. Bereits mit 2–3 Jahren können Kinder den Refrain „Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit?“ gut mitsingen, da er langsam und deutlich ist.

Pädagogisch gesehen fördert dieses Lied die Wahrnehmung der Jahreszeit Winter. Die Kinder lernen Begriffe wie Schnee, Wald, Feld kennen und beobachten vielleicht tatsächlich das Wetter draußen, um Schneeflocken zu entdecken. Es regt die Fantasie an (Schneeflocken mit weißen Röckchen) und vermittelt eine ruhige, erwartungsvolle Stimmung. Oft wird das Lied auch mit Bewegungen untermalt. Zum Beispiel mit den Fingern „Schnee“ rieseln spielen oder weiße Tücher tanzen lassen – das schult die Feinmotorik und Kreativität. Außerdem kann es den Kindern helfen, Geduld und Vorfreude zu üben. Gerade wenn noch kein Schnee gefallen ist, singen sie vom herbeigesehnten Schnee.

Im Morgenkreis im Dezember oder Januar eingesetzt, schafft Schneeflöckchen, Weißröckchen eine besinnliche Atmosphäre, beinahe wie ein kleines Ritual, das auf Weihnachten oder den ersten Schnee einstimmt. Sprachlich profitieren die Kinder von den Reimen und dem langsamen Tempo – sie können Wörter klar hören und nachsprechen. Dieses Lied verbindet Generationen (Eltern und Großeltern kennen es auch) und bringt ein Stück Winterzauber in den Kindergartenalltag.

Trarira, der Sommer, der ist da

Trarira, der Sommer, der ist da ist ein kurzer, fröhlicher Sommerreim (zurückgehend auf Hoffmann von Fallersleben, 19. Jh.), der oft schon den Kleinsten beigebracht wird. Mit „Trari, trara, der Sommer, der ist da!“ wird in wenigen Worten die Freude über den beginnenden Sommer ausgedrückt. Das Lied eignet sich sehr gut für Kinder ab 2 Jahren, da es leicht zu merken ist und man es auch als Singspiel gestalten kann.

Pädagogisch erfüllt es vor allem den Zweck, Stimmungen und Jahreszeiten zu benennen. Die Kinder lernen: Jetzt ist Sommer, es ist warm und schön. Man kann beim Singen z. B. mit den Armen eine große Sonne über dem Kopf machen oder „schwimmen“ spielen, um die Inhalte greifbar zu machen. Dadurch werden Grobmotorik und Symbolverständnis gefördert. Außerdem bietet das Lied einen Anlass, über Sommeraktivitäten zu sprechen (Eis essen, im See baden, barfuß laufen), was die Kommunikationsfähigkeit anregt.

Im Alltag wird Trarira gerne zum Sommerbeginn (Juni) gesungen, oft auch draußen im Gartenkreis, wenn die Sonne scheint. Das verstärkt die positive Stimmung. Für Kinder ist es wichtig zu erleben, wie jeder Jahreszeitenwechsel auch im Liedgut vorkommt. Denn so erkennen sie, dass der Ablauf der Jahreszeiten etwas Wiederkehrendes und Feiernswertes ist. Dieses Lied mag kurz sein, aber es erfüllt genau diesen Zweck: Freude am Sommer ausdrücken und alle in Sommerlaune versetzen, vom kleinsten Krippenkind bis zur Erzieherin.

Tierlieder (Lieder über Tiere)

Tierlieder stehen bei Kindern hoch im Kurs, denn Tiere faszinieren sie. Ob Bauernhoftiere, Waldtiere oder Fantasiewesen – in Liedern dürfen Kinder bellen, miauen oder wie ein Äffchen quasseln. Tierlieder sind pädagogisch wertvoll, weil sie Wissen über Tiere vermitteln und oft Bewegungen oder Geräusche einbinden, was multisensorisches Lernen ermöglicht. Viele traditionelle Tierlieder haben Generationen überdauert und werden immer noch gern gesungen​. Sie fördern die Sprachentwicklung (Tiernamen, Laute nachahmen), die auditive Wahrnehmung (verschiedene Tierstimmen unterscheiden) und oft auch die Empathie. Denn Kinder fühlen mit den Tieren in den Geschichten mit. Alphabetisch sortiert stellen wir einige bekannte Tierlieder vor.

Alle meine Entchen​

Alle meine Entchen schwimmen auf dem See… Dieses Lied lernen Kinder meist als eines der ersten überhaupt. Es ist ein traditionelles Volkslied (Melodie vermutlich 18. Jh.), dessen einfacher Text und Melodie perfekt für Kleinkinder sind. Im Kindergarten wird es gerne mit Bewegungen verbunden. Die Kinder stehen im Kreis und wackeln mit dem Köpfchen und strecken das Schwänzchen in die Höh’ wie kleine Enten, passend zum Text​.

Pädagogisch fördert dieses Lied die Koordination (Kopf beugen, Körper strecken im Rhythmus) und macht schon den Jüngsten (ab 2 Jahren) Spaß, weil sie Tiere nachspielen dürfen. Außerdem lernen sie das Verhalten von Enten kennen (Köpfchen ins Wasser zum gründeln). Alle meine Entchen wird oft eingesetzt, um Kindern erste Gesangserfahrung zu ermöglichen. Die Tonlage ist angenehm tief und der Text wird stetig wiederholt. Dadurch trauen sich alle mitzumachen. Es kann auch als Finger- oder Handspiel adaptiert werden (z. B. mit den Händen eine schwimmende Ente vormachen).

Das Lied hat einen beruhigenden, ordnenden Charakter – es eignet sich gut, um nach einer aktiven Phase wieder etwas Ruhe reinzubringen, denn die sanfte Melodie wirkt beinahe wie ein kleines Ritual. Gleichzeitig freuen sich die Kinder jedes Mal, wenn sie bei „Schwänzchen in die Höh’“ ihren Po herausstrecken dürfen – Lachen ist garantiert. So verbindet Alle meine Entchenfrühe musikalische Bildung mit Bewegungsfreude und Tierliebe auf wunderbar einfache Weise.

Der Kuckuck und der Esel​

Der Kuckuck und der Esel hatten einst einen Streit, wer wohl am besten sänge – so beginnt dieses humorvolle Tierlied, dessen Text 1835 von Hoffmann von Fallersleben stammt​. Das Lied ist ein Hit für Kinder ab ca. 4 Jahren, besonders weil man es als Kanon singen kann und es zwei lustige Tierstimmen imitiert.

Pädagogisch steckt viel drin: Zum einen Singen in der Gruppe – es eignet sich hervorragend, die Kinder in zwei Gruppen aufzuteilen, die versetzt singen (so lernen sie, ihre Stimme zu halten und gleichzeitig zuzuhören, was die andere Gruppe singt). Zum anderen fördert es Sprachgefühl und Aussprache durch die lautmalerischen Tiergeräusche: Der Kuckuck „ruft“, der Esel „schreit ia“. Die Kinder lieben es, an der passenden Stelle laut „IA“ zu rufen oder „Kuckuck“ zu rufen. Das Lied kann Gespräche über Waldtiere anregen (Wo lebt der Kuckuck? Wie klingt ein Esel?) und vermittelt beiläufig, dass jeder seinen eigenen Klang hat, aber zusammen klingt es schön – am Ende singen Kuckuck und Esel ja gemeinsam.

Im Kindergarten wird Der Kuckuck und der Esel oft im Frühling gesungen („zur schönen Maienzeit“ heißt es im Lied), manchmal sogar bei kleinen Aufführungen, weil es so bekannt ist. Es schult das musikalische Gehör (durch den Kanon), das Rhythmusgefühl und auch die Kooperation unter den Kindern – sie müssen sich absprechen, wer welche Stimme übernimmt. Und nicht zuletzt bringt es viel Spaß und Gelächter, wenn alle zum Schluss laut wie ein Esel schreien dürfen!

Die Affen rasen durch den Wald

Die Affen rasen durch den Wald – wer hat die Kokosnuss geklaut? Dieses temperamentvolle Lied ist ein Favorit, wenn es um spaßige Tierlieder geht. Es beschreibt eine Affenbande, in der Chaos herrscht, weil eine Kokosnuss fehlt. Das Lied stammt wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (genauer Urheber unbekannt) und hat einen schnellen, aufregenden Rhythmus. Geeignet ist es für Kinder ab etwa 4 Jahren, da der Text recht schnell gesungen wird und viele Strophen hat.

Pädagogisch fördert dieses Lied vor allem das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit: In jeder Strophe wird ein anderer Affe verdächtigt, die Kokosnuss geklaut zu haben, und die Kinder lieben es, mitzufiebern und am Ende laut zu rufen „Nein, du nicht!“ Man kann das Lied interaktiv gestalten, z. B. jedem Kind eine Rolle (einen Affennamen) geben – so wird das Zuhören trainiert, denn jeder passt auf, ob sein Affe genannt wird. Außerdem enthält das Lied Zählelemente (in manchen Versionen tauchen Zahlen auf, oder man kann fragen: Wie viele Affen waren es?). Vor allem aber dient es der Sprachförderung durch Singen: Die schnellen, gereimten Zeilen schulen die Aussprache und Zungenbeweglichkeit.

Bewegungsmöglichkeit: Kinder können wie Affen herumklettern (im begrenzten Rahmen) oder Grimassen schneiden – das steigert die Freude. Die Affen rasen durch den Wald stärkt das Gruppengefühl, weil alle gemeinsam den Refrain singen und am Ende der „Detektivarbeit“ triumphieren, wenn die Kokosnuss gefunden ist. Es ist ein ideales Lied für Zwischendurch, um überschüssige Energie abzubauen und gleichzeitig die Konzentration zu fordern. Und natürlich lachen alle herzlich über die verrückten Affen – Lachen entspannt und verbindet.

Die Vogelhochzeit

Die Vogelhochzeit (auch bekannt mit der Anfangszeile „Ein Vogel wollte Hochzeit machen“) ist ein traditionelles Kinderlied, das seinen Ursprung in einem sorbischen Volkslied hat. Es erzählt in vielen Versen von der Hochzeit zweier Vögel (Amsel und Drossel, je nach Version), bei der jeder Vogel des Waldes eine Rolle spielt – vom Spatz als Bräutigam bis zur Eule als Pfarrer. Dieses Lied eignet sich gut für Kinder ab 4 Jahren, da es recht textreich ist, aber man kann es auch kürzen.

Pädagogisch ist Die Vogelhochzeit ein Schatz: Die Kinder lernen dabei zahlreiche Vogelarten kennen (Amsel, Drossel, Fink, Star, Uhu, etc.) und welche Aufgaben sie übernehmen – so wird spielerisch Wissen über die Tierwelt vermittelt. Es fördert zudem die Sprachentwicklung durch die vielen neuen Wörter und Reime (z. B. „Brautmutter ist die Amsel, Brautvater ist der Staar…“ etc.). Im Kindergarten wird es gerne szenisch dargestellt: Kinder verkleiden sich als Vögel oder halten gebastelte Vogelmasken, was die Kreativität und das Rollenspiel anregt. Durch das Ausschmücken jeder Strophe kann man die Konzentration der Kinder längere Zeit halten – sie sind gespannt, welcher Vogel als nächstes kommt.

Außerdem hat das Lied einen schönen sozialen Aspekt: Es zeigt ein freudiges Fest, alle Vögel machen mit, am Ende fliegen alle glücklich nach Haus. Das kann auf die Gemeinschaft im Kindergarten übertragen werden (Zusammenhalt feiern). Das Lied lässt sich auch jahreszeitlich einsetzen – traditionell wird in manchen Regionen die Vogelhochzeit im Januar gefeiert, aber auch im Frühling passt es gut. Insgesamt bietet Die Vogelhochzeit eine Mischung aus Spracherwerb, Naturkunde und Gemeinschaftserlebnis, verpackt in eine fröhliche Melodie.

Fuchs, du hast die Gans gestohlen​

Fuchs, du hast die Gans gestohlen zählt zu den bekanntesten Kinderliedern zum Mitsingen. Es stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert (Text 1824 von Ernst Anschütz). Das Lied erzählt die Geschichte vom Fuchs, der eine Gans klaut, und warnt ihn, er solle das Federvieh wieder rausgeben, sonst wird der Jäger ihn holen. Im Kindergartenalter (ab ~4 Jahren) wird dieses Lied bis heute gern gesungen – es gehört zu den Liedern, die viele Generationen von Kindern begleitet haben.

Pädagogisch bietet es gleich mehrere Aspekte. Zum einen vermittelt es Moral & Werte – die Botschaft „Stehle nicht“ kommt hier kindgerecht verpackt, und man kann mit den Kindern darüber sprechen, warum der Fuchs die Gans nicht stehlen soll und was dann passiert. Zum anderen fördert es die Sprache, denn der Text enthält für Kinder interessante Wörter wie „schnurstracks in den Unterholz“ oder „die Gans wird gebraten“. Diese alten Formulierungen erweitern den Wortschatz und regen Nachfragen an („Was heißt schnurstracks?“). Musikalisch ist es ein eingängiger Marschrhythmus, der das Taktgefühl stärkt. So kann man z. B. dazu im Kreis marschieren oder mit Orff-Instrumenten (Trommel) den Jägermarsch nachahmen.

Das Lied spricht auch die Fantasie und Empathie an: Die Kinder versetzen sich gerne in die Rolle des schlauen Fuchses oder der armen Gans. Manche Kitas spielen das Lied als kleines Rollenspiel nach (einer ist der Fuchs, einer der Jäger usw.), was zusätzlich das soziale Lernen fördert. Wichtig ist natürlich darauf hinzuweisen, dass heute niemand einem echten Fuchs etwas tun würde. Je nach Sensibilität der Kinder kann man die letzte Strophe (mit dem Schießen) entschärfen oder erklären. Insgesamt bleibt Fuchs, du hast die Gans gestohlen aber ein zeitloses Lied, das Tradition mit Lerneffekt verbindet und in jedem Liederkreis gern angestimmt wird.

Häschen in der Grube

Häschen in der Grube ist ein liebevolles, kleines Lied über ein Häschen, das zunächst regungslos in seiner Grube liegt und zu schlafen scheint – bis es am Ende hüpft. Dieses traditionelle Lied (Text um 1817) wird im Kindergarten oft als Spiel umgesetzt: Ein Kind spielt das Häschen und hockt sich klein auf den Boden, die anderen gehen im Kreis herum und singen. Bei „Häschen hüpf!“ springt das Kind dann fröhlich auf. Schon Kinder ab 3 Jahren verstehen dieses Spiel und machen begeistert mit.

Pädagogisch werden hier Empathie und Mitgefühl angeregt – die Kinder fragen sich: „Ist das Häschen krank oder tot?“, „Oh nein, es bewegt sich nicht!“ – und dann die Erleichterung und Freude, als es wieder hüpft. So lernen sie, sich in eine Situation einzufühlen und dann eine positive Lösung zu sehen. Gleichzeitig fördert das Lied motorische Fähigkeiten: Das Häschen-Kind übt, still zu bleiben und dann gezielt zu springen, die anderen üben koordiniertes Gehen im Kreis.

Sprachlich ist es einfach und wiederholend, sodass alle schnell mitsingen können, was den Spracherwerb (auch bei Zweijährigen) unterstützt. Man kann mit diesem Lied auch Themen wie Schlafen und Aufwachen oder sich ausruhen und dann wieder aktiv sein besprechen – also eine Art Rhythmus im Leben. Oft wird es im Morgenkreis eingesetzt, manchmal auch draußen auf der Wiese. Es bereitet den Kindern viel Spaß, reihum mal das Häschen sein zu dürfen. Das stärkt das Selbstwertgefühl, wenn alle einen ansehen und das Aufhüpfen beklatschen. Insgesamt verbindet Häschen in der Grube Spiel, Gesang und Interaktion in perfekter Weise und gehört daher zum Standardrepertoire in vielen Kitas.

Zwei kleine Wölfe​

Zwei kleine Wölfe ist ein populäres Bewegungslied, das auf einer traditionellen Melodie basiert​. Der witzige Text erzählt von zwei Wölfen, die nachts im Dunkeln umherlaufen und eigentlich lieber Sterne am Himmel hätten. Das Lied kann auf zwei Arten umgesetzt werden: als Kanon (für ältere Kinder) oder als Bewegungsspiel (für Jüngere)​. Im Kindergarten eignet es sich ab etwa 4 Jahren, insbesondere für das Bewegungsspiel, denn einfache Bewegungen können Kinder ab vier Jahren gut mitmachen​.

Pädagogisch bietet Zwei kleine Wölfe mehrere Lernchancen: Durch die Geschichte der Wölfe im dunklen Wald können Kinder Ängste spielerisch verarbeiten (Angst vor der Dunkelheit, vor Nachtgeräuschen). Das gemeinsame Singen und Herumstolpern wie die Wölfchen nimmt der Dunkelheit den Schrecken. Als Bewegungslied motiviert es zum Mitmachen: Die Kinder tippeln an Ort und Stelle (Wölfe laufen), schauen links und rechts (munkeln miteinander) und heben die Pfoten hoch (über Wurzeln steigen)​.

So wird die Motorik und das Rhythmusgefühl gefördert, während sie der Geschichte folgen. Für musikalisch fortgeschrittene Gruppen kann der Kanon-Gesang geübt werden. Allerdings eher mit Schulkindern oder Vorschulkindern, da das laut Singkinderlieder erst ab drittem Schuljahr richtig klappt​.

Im Kindergarten bleibt man meistens einstimmig, und das reicht auch, um Freude zu haben. Zwei kleine Wölfe fördert außerdem die Konzentration und das Gedächtnis. Denn die Kinder warten gespannt auf die Textstelle, an der sie „dicke, dunkle Wolken, fliegt mal weg!“ rufen können. Nicht zuletzt lernen sie etwas über Tiere und Natur: Man kann z. B. anschließend besprechen, dass Wölfe nachtaktiv sind und was Sterne am Himmel bewirken. Insgesamt ist Zwei kleine Wölfe ein tolles Lied, um Bewegung, Musik und Fantasie zu verbinden. Die Kinder bewegen sich im Takt einer spannenden Geschichte und merken gar nicht, wie viel sie dabei lernen.

Zahlen- und Sprachförderungslieder

In vielen Kinderliedern steckt ganz viel Lernpotenzial – besonders wenn es ums Zählen oder um Sprache geht. Lernlieder vermitteln spielerisch erstes Wissen​. Zahlen- und Sprachförderungslieder helfen Kindern, Zahlen, Farben oder neue Wörter zu begreifen, ohne dass es sich nach „Lernen“ anfühlt. Das Singen verbessert nachweislich das verbale Gedächtnis und bildet eine Grundlage für Sprachkompetenz​. Rhythmen und Reime machen es leichter, sich Dinge zu merken. Hier sind einige alphabetisch geordnete Lieder, die gerne im Kindergarten eingesetzt werden, um Sprache und erstes Zählen zu fördern.

Backe, backe Kuchen

Backe, backe Kuchen – der Bäcker hat gerufen! Dieses traditionelle Kinderlied/Reim zählt die Zutaten auf, die man für einen Kuchen braucht (Ei und Schmalz, Zucker und Salz, Milch und Mehl…). Schon ab 2 Jahren klatschen Kinder begeistert zu diesem Lied.

Pädagogisch lehrt Backe, backe Kuchen Wortschatz und Reihenfolgen: Die Kleinen lernen Begriffe aus der Küchenwelt kennen und merken sich, dass beim Backen bestimmte Dinge zusammenkommen. Viele Kitas nutzen das Lied, um es mit einer Back-Aktion zu verbinden – so wird aus dem Lied ein echtes Erlebnis (zum Beispiel ein „Sandkuchen“ im Sandkasten mit Förmchen oder ein echter einfacher Rührkuchen). Durch das Aufzählen der Zutaten wird auch das Gedächtnis trainiert – ähnlich wie ein Merkspiel. Ein schönes Spiel dazu: Immer wenn eine Zutat genannt wird, dürfen bestimmte Kinder ein Bild davon hochhalten oder ein passendes Geräusch machen (z. B. „Ei“ – alle machen Kikeriki). So bindet man alle ein und verstärkt die Aufnahme der Wörter.

Das Lied hat einen eingängigen, leicht marschierenden Rhythmus, der das Taktgefühl der Kinder schult – oft klatschen oder trommeln sie automatisch mit. Außerdem vermittelt es Kulturwissen: Es ist ein Stückchen Alltagskultur, dass man Kuchen backt, und die Kinder bekommen ein Gefühl für die Tätigkeit des Backens. Und mal ehrlich – jedes Kind freut sich, wenn es beim Wort „Kuchen“ ans Essen denken kann! Backe, backe Kuchen ist somit ein einfaches, aber wertvolles Lied, das Sprachförderung, Rhythmus und Alltagswissen kombiniert.

Grün, grün, grün sind alle meine Kleider​

Grün, grün, grün sind alle meine Kleider – dieses traditionelle Lied ist ein Klassiker, wenn es darum geht, Farben zu lernen. Jede Strophe widmet sich einer Farbe und verbindet sie mit einem Beruf oder einer Person (Jäger – grün, Müller – weiß, etc.). Das Lied ist sehr eingängig und kann schon mit 3-Jährigen gesungen werden; viele Vorschulkinder lieben es aber auch, weil man unendlich viele eigene Strophen erfinden kann. Pädagogisch fördert Grün, grün, grün natürlich in erster Linie das Farbenlernen: Durch ständige Wiederholung prägen sich die Farbnamen ein, und Kinder verstehen die Zuordnung (z. B. Feuerwehrmann – rot). Ein YouTube-Kinderliederkanal beschreibt es treffend als “traditionelles deutsches Kinderlied zum Farben lernen für Kinder”​.

Darüber hinaus regt das Lied die Kreativität und Sprachproduktion an: Erzieherinnen fragen oft „Welche Farbe wollen wir noch singen?“ – und die Kinder denken sich Berufe oder Dinge aus, die zu einer Farbe passen. So entstehen lustige neue Strophen (z. B. „Lila, lila, lila sind alle meine Luftballons“). Dieses aktive Mitgestalten stärkt die Sprachkompetenz und das Selbstbewusstsein der Kinder. Das Lied kann auch mit einem kleinen Spiel verbunden werden: Jeder in der Runde, der z. B. heute etwas Rotes trägt, steht beim roten Refrain auf. Das sorgt für Bewegung und Aufmerksamkeit. Rhythmisch ist das Lied simpel und marschmäßig, was das Taktgefühl unterstützt. Außerdem lernen die Kinder etwas über Berufe und Objekte (Jäger, Schornsteinfeger, Maler…), was ihren Horizont erweitert. Grün, grün, grün ist also viel mehr als nur ein Farbenlied – es ist ein vielseitiges Sprachspiel, das Wortschatz, Kategorisieren (Farben) und Kreativität fördert, und das auf eine fröhliche, musikalische Art.

Hände waschen​

Hände waschen ist weniger ein klassisches Lied als vielmehr ein simples ritualisiertes Liedchen oder Reim, das im Kindergarten beim Hygieneritual eingesetzt wird. Nach dem Toilettengang oder vor dem Essen singen viele Kitas: „Hände waschen, Hände waschen, das wollen wir; Wasser braucht’s und Seife…“ (Melodie oft angelehnt an „Bruder Jakob“ oder einen ähnlichen einfachen Tonfall). Pädagogisch dient dieses Lied ganz klar der Routinebildung und Verhaltensförderung: Es macht aus dem Pflichtprogramm Händewaschen ein spielerisches Erlebnis. Wenn die Gruppe singt, wissen alle Kinder: Jetzt gehen wir Hände waschen – das Lied signalisiert den Übergang zur Hygienehandlung​.

Ein Fachartikel beschreibt, dass solche musikalischen Rituale helfen, den Tagesablauf zu strukturieren, indem z. B. das Lied „Hände waschen“ deutlich macht: Nach dem gemeinsamen Essen gehen wir Hände waschen​.

Dadurch lernen selbst kleine Kinder durch Musik, was als Nächstes passiert. Das Lied fördert natürlich auch die Sprachentwicklung, gerade für U3-Kinder, weil es immer dieselben einfachen Worte wiederholt (Hände, Wasser, Seife). Oft werden beim Singen Gesten gemacht (Hände reiben, Wasser nachahmen), was zusätzlich die Motorik und den Begriffsbezug stärkt. In Zeiten, wo Hygiene wichtig ist, vermittelt dieses Lied die Botschaft auf fröhliche Weise und motiviert die Kinder, gründlich zu waschen – manche Versionen enthalten z. B. ein Zählen bis 10, damit klar ist, wie lange eingeseift wird. Somit ist Hände waschen ein schönes Beispiel, wie ein Lied als pädagogisches Werkzeug im Alltag dient: Es ritualisiert eine gesundheitsfördernde Tätigkeit, fördert Sprache durch Wiederholung und macht den Kindern die Aufgabe schmackhaft. Am Ende rufen alle gern „Sind die Hände sauber? – Ja!“ und freuen sich über ihre sauberen Patschehände.

Wer hat den Keks aus der Dose geklaut?

Wer hat den Keks aus der Dose geklaut? ist ein lustiges Sprech- und Sing-Spiel, das sich im Kindergarten großer Beliebtheit erfreut. Es stammt ursprünglich aus dem englischen Sprachraum (“Who stole the cookie from the cookie jar?”) und ist in Deutschland in leicht abgewandelter Form im Umlauf. Die Kinder sitzen im Kreis und klatschen im Rhythmus, während abwechselnd gefragt und geantwortet wird: „Wer hat den Keks aus der Dose geklaut?“„Der (Name) hat den Keks aus der Dose geklaut!“„Wer, ich? – Ja, du! – Kann nicht sein! – Wer dann?“ und so weiter.

Pädagogisch gesehen trainiert dieses Spiel vor allem die kommunikativen Fähigkeiten und das Rhythmusgefühl. Die Kinder lernen, in einem bestimmten Takt zu sprechen und zu reagieren, was Konzentration erfordert. Gleichzeitig müssen sie ihren Namen hören und reagieren, was die auditive Wahrnehmung stärkt. Es fördert auch die soziale Interaktion: Die Kinder lernen Regeln eines Gruppenspiels, warten bis sie dran sind und genießen die spaßige Anschuldigung und Verteidigung. Sprachlich ist es eine tolle Übung für Satzstrukturen und Frage-Antwort-Dialoge. Selbst Kinder mit wenig Deutschkenntnissen können hier mitmachen, weil der Ablauf sich ständig wiederholt und von der Gruppe getragen wird. Die immer gleiche Frage „Wer hat den Keks…“ erleichtert den Spracherwerb durch Wiederholung.

Zudem kann man Kreativität einbringen: Man könnte statt Keks auch mal „Wer hat die Puppe aus der Ecke geklaut?“ singen – die Struktur bleibt gleich. Das Spiel endet meist in Gelächter, weil natürlich keiner wirklich einen Keks hat – es geht ums gemeinsame Spaßhaben an Sprache und Rhythmus. Auch fein: Kinder überwinden Scheu beim Sprechen vor der Gruppe, da alle im gleichen Boot sind. Obwohl es weniger Melodie hat, zählt es doch zu den Liedern, weil es in Sprechgesang-Form mit Klatschrhythmus abläuft. Wer hat den Keks… zeigt, dass Sprachförderung richtig lustig sein kann und dass Gruppendynamik, Sprache und Rhythmus wunderbar Hand in Hand gehen.

Zehn kleine Zappelmänner​

Zehn kleine Zappelmänner (oft auch Zappelfinger genannt) ist ein populäres Fingerspiellied, das sich hervorragend zur Sprach- und Motorikförderung eignet. Es handelt davon, wie zehn kleine Zappelmänner (bzw. Finger) erst wild zappeln, dann Verstecken spielen und schließlich wieder hervorkommen. Dieses Lied ist so einfach strukturiert, dass es schon ab dem Krippenalter (ca. 2 Jahre) geeignet ist​. Kinder können es zunächst als Fingerbewegungsspiel erleben, später auch mitsingen. Pädagogisch betrachtet vereint Zehn kleine Zappelmänner viele Vorteile: Als Fingerspiel-Klassiker fördert es die Feinmotorik und Auge-Hand-Koordination, denn die Kinder bewegen gezielt ihre zehn Finger auf und ab, kreisen, verstecken sie hinter dem Rücken etc.​

Gleichzeitig werden Sprache und Zählen geübt: Die Zahl „Zehn“ und Begriffe wie „hin und her“, „auf und nieder“ prägen sich ein durch Rhythmus und Reim. Laut Experten fördern solche Fingerspiele die Sprachentwicklung, Motorik und sogar Konzentration deutlich​. Die Kinder machen begeistert mit, weil es spielerisch ist – ihre Hände werden zu den Zappelmännern. Im Kindergarten wird das Lied häufig im Morgenkreis oder Zwischendurch eingesetzt, um Unruhe abzubauen: Einmal alle Finger durchzappeln und verstecken – das fokussiert die Gruppe wieder.

Es stärkt auch die Eltern-Kind-Beziehung, wenn es zuhause gemacht wird, aber im Kindergarten fördert es das Miteinander, weil alle gemeinsam die Bewegungen ausführen und am Ende rufen „Hurra, da sind sie wieder!“. Lerntechnisch verbessert dieses Lied auch die Koordination von Sprache und Bewegung, was eine Vorstufe fürs Tanzen und komplexere Bewegungslieder ist. Und natürlich haben die Kinder riesigen Spaß, wenn sie ihre Finger zappeln lassen dürfen – dabei merken sie gar nicht, wie sehr sie ihre Fingerfertigkeit und Sprachrhythmusgefühl trainieren. Zehn kleine Zappelmänner ist also zu Recht eines der beliebtesten pädagogischen Spiele: es macht Spaß und ganz nebenbei lernen die Kinder eine Menge​.

Zusammenfassung

Kinderlieder zum Mitsingen sind im Kindergarten weit mehr als nur Zeitvertreib – sie sind ein Schlüssel zur ganzheitlichen Förderung der Kinder. Unsere alphabetisch sortierte Liedersammlung hat gezeigt, wie vielfältig die pädagogischen Effekte von Kinderliedern sein können: Bewegungslieder fördern Motorik, Rhythmusgefühl und soziales Miteinander, Einschlaflieder beruhigen die Kinder und geben Sicherheit. Jahreszeitenlieder wecken Naturverständnis und Freude an kulturellen Traditionen, Tierlieder vermitteln Wissen über die Tierwelt und lassen Kinder empathisch und kreativ sein, und Zahlen- sowie Sprachlieder bringen erste Bildungsthemen wie Zahlen, Farben und neue Wörter auf spielerische Weise näher​. Viele der vorgestellten Kinderlieder zum Mitsingen im Kindergarten werden seit Generationen gesungen und haben nichts von ihrer Faszination verloren​.

Kinderlieder zum Mitsingen schaffen Gruppengefühl

Das gemeinsame Singen schafft Gruppengefühl und verankert Lerninhalte viel tiefer als es ein „trockener“ Unterricht jemals könnte. Nicht umsonst heißt es, dass Kinder, die singen, fröhlicher und konzentrierter in den Tag gehen – Musik aktiviert Körper und Geist. Im Kita-Alltag können Erzieherinnen diese Liederschätze gezielt einsetzen: ein Bewegungslied, um den Morgenkreis munter zu starten, ein ruhiges Wiegenlied für die Mittagsruhe, ein Jahreszeitenlied passend zum Wetter, ein witziges Tierlied für zwischendurch und ein Lernlied, um Zahlen und Sprache zu fördern.

Wichtig ist, die Lieder mit echter Freude und ohne Zwang zu singen – dann springen der Funke und die positiven Effekte automatisch über. Unsere Liste bietet einen reichen Fundus, aus dem pädagogische Fachkräfte und auch Eltern schöpfen können, um Kindern spielerisch zu helfen, Sprache, Rhythmus, Wissen und soziale Kompetenzen zu entwickeln. So macht Lernen Spaß, und ganz nebenbei werden Erinnerungen geschaffen, die ein Leben lang nachklingen. Denn die Melodien, die wir als Kinder im Herzen tragen, begleiten uns oft bis ins Erwachsenenalter – und vielleicht singen die Kinder von heute eines Tages ihren eigenen Kindern genau diese Lieder wieder vor.


Weitere interessante Listen haben wir hier zusammengestellt:


Werbehinweis für Links: Es handelt sich um einen sog. Affiliate-Link. Wenn auf der verlinkten Website etwas eingekauft wird, erhalten wir eine Provision. Das hat keinen Einfluss darauf, wie wir ein Produkt bewerten.